Im Main & Am Main
Frankfurter
Unterwasserwelt
Geschuppt statt Gerippt
Die Frankfurter Angelwelt ist Zanderstruck!
Er ist überall im Main zu finden, denn hier jagt er besonders gern. Eine große Klappe hat er dennoch nicht: Wegen des kleinen Mauls bevorzugt er Beutefische mit geringerer Körpergröße. Aber seinen Adleraugen entgeht nichts...
Das aromatisch, feste, fett- und grätenarme Fleisch des Zanders ist sehr beliebt, da es sowohl krossgebraten als auch gedünstet schmeckt. Der größte Zander der Welt wurde 2015 im Rhein bei Mannheim gefischt. Der Fang war ganze 108cm lang und wog 14kg.
Der kleine Frankfurter Süßwasserwal
Wie die meisten Stadtkinder ist er in jungen Jahren gerne da, wo was los ist. Also im Main genau richtig.
Der Allesfresser hat zwar einen hervorragenden Geschmackssinn, aber wenn er Hunger hat, muss es auch mal schnell gehen. So entstanden beispielsweise Aufnahmen von Welsen, die am Ufer lauerten, um badende Tauben zu fangen. Selbst in Deutschland soll in der Nähe von Mönchengladbach im Jahre 2011 ein riesiger Wels namens „Kuno“ einen ausgewachsenen Dackel attackiert und in die Untiefen des Sees gezogen haben. Der Wels wird erfinderisch, wenn es darum geht Nahrungsmittel zu finden.
Aber auch als Speisefisch ist der Wels beliebt. Sein zartes, fast grätenfreies Fleisch bleibt beim Braten in der Form und erinnert vom Geschmack eher an Kalbs- als an Fischfleisch.
Weltenbummler mit schlanker Linie
Von weit her aus dem Sargassosee im Nordatlantik kommt er nach Europa. Hier verbringt er sein ganzes Leben, ehe er zu seiner Wiege zurückwandert. Doch leider sinkt der Aalbestand. Deswegen raten wir: Wer die Wahl hat, lässt den Aal.
Aale werden meist zu früh gefischt – im Entwicklungsstadium in dem sie als „Glasaale“ bezeichnet werden. Besonders in dieser Form gelten sie in Asien als Spezialität. Doch Aale paaren sich in ihrem ganzen Leben nur ein einziges Mal. Das heißt, jeder Aal, der aus dem Bestand verschwindet, kann nicht mehr zur Reproduktion beitragen.
Der Frankfurter Unterwasser-Ultra
Kurze Zündschnur, großer Appetit. Wenn der Magen besonders laut knurrt, kann es sogar Artgenossen treffen.
Je näher die Paarungszeit rückt, desto temperamentvoller geht es zu. Weibchen bekommen deshalb während der Laichzeit Fresshemmungen, damit noch Paarungspartner überbleiben.
Selbst der Geschmack des Hechtfleischs ist in der Laichzeit anders. Man rät den Verzehr von Hecht nur außerhalb dieser Zeit. Ein weiteres Problem sind die vielen Gräten. Wenn diese Widrigkeiten allerdings beseitigt sind, hat das Hechtfleisch eine angenehme Konsistenz und ist besonders beliebt.
Frankfurt ist in der Brasse-Phase
Eine der Fischarten, die mit den größten Teil der Population im Main ausmacht, sind Brassen Die Brasse hat im Main ihre Comfort-Zone gefunden. Im schlammigen, ruhigen Gewässer fühlt sie sich wohl und das zeigt sie indem sie sich kontinuierlich vermehrt.
Die Brasse ist ein besonders beliebter Räucherfisch, dessen Geschmack sehr an Makrele erinnert. 2009 wurde in einem Gewässer bei Krefeld mit 75cm die größte Brasse Deutschlands gefischt.
Geselligkeit und Futterneid
Voller Stolz und mit aufgestelltem Kamm durchquert der grün-braune Raubfisch Frankfurter Gewässer. Er ist gerne in großen Gruppen unterwegs – ziemlich gesellig. Doch wenn der Barsch Futter sieht, sieht er rot. Sobald Artgenossen angebissen haben, entsteht ein kollektiver Fressrausch, bei dem es wild zu geht.
Das aromatische Fleisch ist fest, fettarm und weist einen hohen Anteil an gesunden Omega 3- Fettsäuren auf. Der größte Barsch der Welt wurde 2010 in den Niederlanden gefangen und war stolze 58cm lang und knapp 4kg schwer.
Frischluftfanatiker im Großstadt-Grüngürtel
Die Barbe hat es gerne luftig. Deswegen ist sie gerne dort, wo am meisten Trubel ist: mitten in der Strömung. Die gesellige Fischart fühlt sich in Frankfurt wahrscheinlich auch im Nachtleben sehr wohl. Sie ist nämlich nachtaktiv und ruht sich tagsüber aus.
Geschmacklich trennt die Barbe die Gemüter. Besonders aufpassen sollte man beim Rogen und beim Bauchfleisch. Dieses ist nicht für den Verzehr geeignet und kann, sowohl roh als auch gegart, gesundheitliche Beschwerden auslösen.
Der Regenbogenfisch vom Main
Der bunte Hund – DER Fisch der Mainmetropole. Er vereint unter Wasser das, wofür die Stadt über Wasser steht: Alle Farben vereint! Ihren Namen verdankt sie ihrem schillernden Band an der Seite. Im Gegensatz zur Bachforelle ist sie deutlich zäher und kommt deswegen im Main gut zurecht.
Die Regenbogenforelle ist ein besonders beliebter Speisefisch. Die Gräten lassen sich leicht entfernen, das Fleisch ist weiß, zart, würzig und fettarm. Egal, ob pochiert, gedünstet, gebraten, gegrillt oder geräuchert – die Regenbogenforelle überzeugt.
Schalentier mit Putzfimmel
Der Aufräumer unter den Mainbewohner:innen. Er ist ein guter Indikator für die Wasserqualität. Denn Flusskrebse reagieren sehr sensibel auf Verunreinigungen und versuchen ihre Umgebung sauber zu halten. Damit sollte die Diskussion um die Wasserqualität im Main auch geklärt sein.
Der Flusskrebs schmeckt nussig mild. Das Fleisch ist dennoch zart mit angenehmem Biss. Sie werden kurz im kochenden Salzwasser gegart und anschließend geschält.